Was ist das "SEMINAR" ?
So fragen viele Gäste.
Einer der es wissen muss, weil er fast von Anfang an dabei war, der langjährige Landessingwart der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg - Volker Ochs - nannte einige markante Stichworte und Jahreszahlen:
- 1946
Pfarrer der Bekennenden Kirche sorgen dafür, daß in Dahme Kurzkurse für Frauen und Männer angeboten werden, die sich für den katechetischen Dienst in den Gemeinden ausbilden lassen wollen. - 1949
beginnt eine zweieinhalbjährige Ausbildung für Katecheten und C-Kirchenmusiker - 1949
gleichzeitig beginnt das "Proseminar" mit seiner Tätigkeit: 14-18 jährige Jungen, später auch Mädchen, werden Lehrstellen in Dahmer Handwerksbetrieben vermittelt. Die jungen Leute lernen tagsüber einen Beruf und gehen abends in den "Unterricht" des Seminars (als Vorbereitung auf einen kirchlichen Beruf - oder auch nicht: die Kirche bildete uneigennützig Menschen aus bzw. weiter, um sie für ihren "Beruf Christ" gesellschaftsfähig und gesprächsfähig zu machen). - In den 50er Jahren wurde die Politik gegenüber der Kirche immer restriktiver. Die Lehrstellen wurden gestrichen. Nun bildete die Kirche junge Menschen aus, die keine Oberschul-Chance hatten und führten sie zu so etwas wie der mittleren Reife (als Vorbereitung auf kirchliche Berufe). In diesen Jahren wurden sogar Fremdsprachen unterrichtet.
- 1969
wurde diese Ausbildung nach Potsdam-Hermannswerder verlegt. - 1970
beauftragt die Landeskirche Volker Ochs / Dahme mit der Leitung des nunmehrigen Rüstzeitenheimes Dahme. Fortan führen die damalige Innere Mission, das Burckhardthaus (Ost) und die Kirchenmusik in Dahme ihre Kurse durch. Bis 1977 ohne kirchliche Zuschüsse, ab 1977 mit finanzieller Unterstützung der Kirche. - 1992
beginnen verstärkte Bemühungen, die Häuser der landeskirchlichen Einrichtung in ihrem Inventar zu modernisieren. - 1993
beschließt das Kuratorium den Um- und Ausbau des ehemaligen Haupthauses. (heute Gottfried-Forck-Haus)
Und was ist das Seminar nun eigentlich?
Es ist Rüstzeitheim und Tagungsstätte und in Zukunft hoffentlich auch Oase für Mitarbeiter der Kirche (ehrenamtlich oder hauptamtlich in den verschiedenen Schattierungen) an diesem ruhigen und zum Nachdenken einladenden Ort.
Seine Ausstrahlung hatte diese Einrichtung schon im Frühstadium: Der Seminarchor reiste mit Konzerten durch das Land, er sang auf den Kirchentagen in Berlin (1951) und Leipzig (1954).
Durch das Seminar hat die Stadt Dahme und deren Umfeld immer auch Musik genießen können - ob sie es wollte oder nicht - und das ist bis auf den heutigen Tag so geblieben.
Das eigentliche Markenzeichen des Seminars sind die jährlichen Sing- und Instrumentalwochen, die Chor- und Orchesterwochen.
Die Leiter wechseln. Die Heimleiter auch.
Das Fluidum bleibt, auch wenn es sich verändert.
So ist das mit dem Leben.
Auch mit dem Leben der Kirche.
Und auch mit der wechselvollen Geschichte des
SEMINARs.
Was auch immer aus dem Seminar wird: